Stadtarchiv Mainz sucht Quellen zur LSBTIQ–Geschichte in Mainz ab 1946

Februar 11, 2022 / Kommentare deaktiviert für Stadtarchiv Mainz sucht Quellen zur LSBTIQ–Geschichte in Mainz ab 1946

Aktuelles

Historische Quellen zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten, Intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBTIQ) befinden sich in allen Archivbeständen. In der Regel sind sie dort aber nicht als solche gekennzeichnet, weshalb LSBTIQ in der Geschichtsschreibung oft kaum auftauchen und deshalb nicht sichtbar sind. Das will das Stadtarchiv Mainz ändern:

„In vielen Kellern und auf Dachböden liegen wahre Schätze für die historische Forschung zu LSBTIQ: Briefe, Fotografien, Dokumente, Sammlungen von Zeitdokumenten, persönliche Erinnerungsstücke oder Alltagsgegenstände. Ohne solche Unterlagen aus privaten Beständen erfährt das Stadtarchiv nur wenig über die Lebenswege von Personen.

In der jungen Bundesrepublik waren die Verbrechen des Nationalsozialismus an Menschen mit LSBTIQ-Hintergrund lange verschwiegen worden. Menschen, deren Lebensführung, sexuelle Orientierung und gelebte Geschlechtsidentität nicht den gesellschaftlichen Normen entsprachen, wurden verachtet, diskriminiert und ausgegrenzt.

Haben auch Sie ein Familienalbum mit einem ,blinden Fleck‘, einem Familienmitglied, über das fast nichts (mehr) bekannt ist oder über das man nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen hat? Steht bei Ihnen vielleicht ein Koffer einer verstorbenen Tante oder eines Großonkels, die lesbisch, schwul, bisexuell, transident, intergeschlechtlich oder eben queer waren? Uns interessieren Dokumente und Unterlagen von Menschen, die mehr oder weniger offen ihre sexuelle Orientierung bzw. ihre Geschlechtsidentität gelebt haben und die für ihre Art zu lieben und zu leben auch diskriminiert oder strafrechtlich verfolgt wurden.

Oder sind Sie im Besitz von eigenen Dokumenten, Fotos und weiteren Materialien zur jüngeren LSBTIQ-Geschichte in Mainz? Ihre Schenkung und Ihr Beitrag sind uns hoch willkommen!

Mit diesem Aufruf soll queere Geschichte als Teil der Stadtgeschichte sichtbar gemacht und Grundlagen für weitere Forschungen geschaffen werden. Die ermittelten Quellen werden unter Wahrung aller Persönlichkeitsrechte in einem Findbuch zusammengetragen, das online abrufbar sein soll. So wollen wir Menschen mit LSBTIQ-Hintergrund buchstäblich aus der historischen Unsichtbarkeit in die Mitte der Gesellschaft holen. Von der Veröffentlichung profitiert die interessierte Öffentlichkeit ebenso wie die wissenschaftliche Forschung.

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, wenden Sie sich bitte direkt an das Stadtarchiv Mainz!“

Ansprechpartner: Dr. Frank Teske
Tel.: 06131/12 34 23
E-Mail: frank.teske@stadt.mainz.de

Der Aufruf als PDF

Foto (Sadtarchiv Mainz, ca. 1931): Maria Einsmann, Helene Müller und ihre Kinder. Einsmann und Müller lebten in Mainz von 1919 bis zum Tode Einsmanns 1959 zusammen. Maria Einsmann lebte von 1919 bis zu ihrer „Enttarnung“ 1931 als Mann.

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